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Strukturvertriebe oder MLM
Derartige Strukturvertriebe die ihre Ursprungsidee in den USA haben gibt es bei uns schon seit Jahrzehnten. Sie operieren durchaus auch sehr erfolgreich. Soweit in diesen Strukturvertrieben auch "Ware bewegt" wird und nicht nur Geld von unten nach oben durch die Struktur läuft, sind diese Strukturvertriebe auch legal. Im Bereich des Vertriebes von Waren und Dienstleistungen haben sie durchaus ihre Berechtigung.
Diese Strukturvertriebe kommen aus einer Zeit in denen selbst noch das Radio ein Luxus war und aus einem Land das so groß ist, daß man die Waren oder Dienstleistungen die man verkaufen wollte über die "Mund zu Mund-Werbung" verkauft hatte. Hier wurde der Strukturvertrieb geboren. Man telefonierte miteinander über große Strecken und "teilte" die Produkte miteinander. Und wer dann ein solches Produkt kaufte und begeistert war, war auch schnell bereit selbst ein paar Dollar zu machen und in den Strukturvertrieb einzusteigen.
Fast immer waren die Waren die man so kaufen konnte qualitativ besser als die die man im Laden zu finden waren, sofern es adäquate Produkte überhaupt im Laden gab.. Sicher....sie waren teurer...aber wenn zum Beispiel mein Staubsauger den ich vor dreißig Jahren gekauft habe immer noch ohne zu meckern funktioniert, dann hat sich diese Ausgabe für mich auch gerechnet. Ich könnte nicht zufriedener sein. Es gibt sicher noch mehr gute Beispiele.
In den neunziger Jahren sind aber erstmals amerikanische Networks (MLM) auf den Plan getreten die sogar Eintrittsgeld dafür verlangt haben, daß man nur die Produkte sehen darf. Wer sich geweigert hat bekam zur Antwort: "dann besteht auch kein Interesse an Arbeit!". Hier zeigt sich der ganze pure Zynismus der hinter solchen Leuten steckt. Sie als Arbeitssuchender geben das Geld aus um fremde Produkte ansehen zu dürfen und trinken dabei Wasser (wenn überhaupt). Die Leute die Ihnen die Produkte zeigen oder gezeigt haben und Sie dabei auch noch "verbal weichgeklopft" haben, essen anschließend Rinderlende an Kresse im Hotel von Ihrem Eintrittsgeld.
Ich bezahle Eintritt für einen guten Film oder fürs Theater, aber doch nicht um Produkte zu bestaunen die völlig überteuert sind. Ganz abgesehen davon, daß auch die Qualität sehr oft nicht mehr stimmt. Eigentlich müßten Sie noch Geld herausbekommen, denn Sie waren es ja die Ihre Zeit geopfert haben und ernsthaft darüber nachdenken oder nachgedacht haben die Waren oder Dienstleistungen anderer zu verkaufen.
Aber zur Ehrenrettung dieser Vertriebsformen muß man auch sagen, daß es hier viele gibt die versuchen ehrliche Arbeit abzuliefern und niemand über den Tisch zu ziehen. Man kann in diesen Vertriebsformen sehr viel Geld verdienen, muß aber gleich anfügen daß 98% aller Beteiligten dabei in die roten Zahlen laufen und einen Totalverlust ihrer Einsätze verbuchen müssen.
Es ist also auf keinen Fall etwas für Arbeitslose die jeden müden Euro zwei Mal umdrehen müssen. Sie müssen Geld übrig haben, denn der Weg zum Erfolg ist hier lang und beschwerlich. Zu MLM braucht man die richtige innere Einstellung und viele Jahre Zeit (was die meisten unterschätzen). Man muß diese Vertriebsform lieben....und man braucht eine Firma im Hintergrund mit einem fairen Vertriebsplan, einer fairen Bezahlung (nach Möglichkeit mit Kundenschutz), und guten Produkten die nicht überteuert sind. Ich persönlich habe viele Networks kennen gelernt, aber nur die wenigsten waren es wert ernsthaft darüber nachzudenken und einen Gedanken daran zu verschwenden.
Arbeitslose sollten diese Vertriebsform mit Vorsicht genießen und auf jeden Fall der Agentur für Arbeit melden, damit Sie nicht ihren Schutz verlieren. Lassen Sie es sich genehmigen (was Sie grundsätzlich bei allen Arbeiten tun sollten), dann stehen Sie auf der sicheren Seite.
Sollten Sie eine andere Arbeit haben, dann beginnen Sie im MLM, wenn überhaupt, nur nebenberuflich. Geben Sie auf keinen Fall Ihren Job auf der Sie ernährt, denn MLM tut es sicher am Anfang nicht.
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