Urheberrecht bei Texten
Das Urheberrecht gilt aber auch bei reinen Texten. Hier scheint es immer noch Zeigenossen zu geben die glauben daß man einen derartigen Textklau per Rechtsklick nicht nachweisen könne. Wie sollte auch der “Verletzte unter den vielen Millionen Websites bemerken daß sein Text auf einer anderen Seite eingesetzt wird…unter fremdem Namen?
Hierzu kann ich nur sagen daß dies täuscht. Zwischenzeitlich gibt es Counter mit ganz ausgefeilten Statistiken. Da wird gemeldet wer auf den Seiten war, mit welchem Keyword er dorthin gelangte, welche Suchmaschine er benutzte und vor allem…ob ein Bild oder Text per Rechtsklick kopiert wurde…und schon ist der Übeltäter am Haken!
Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten der Recherche für Verletzte. Zum Beispiel über “archive.org“. Hier gibt man die Internetadresse ein und bekommt dann die History der betroffenen Seite angezeigt. Mit den Bildern und Texten. Sind die Bilder irgendwann einmal gelöscht worden, dann verbleiben auf jeden Fall die Texte. Dort sind hunderte Millionen Websites gespeichert wo man recherchieren kann. Diese Inhalte dort haben durchaus auch Beweiskraft vor Gericht und werden verschiedentlich zur Beweisführung auch herangezogen.
Kriminell und ein echter Rechtsverstoß ist das Ganze durch den Verkauf oder durch eine Versteigerung. Um die eigene Website aufzuwerten wird fremder Text (oder auch Bilder) eingefügt der zur Domain paßt um einen höheren Preis zu erzielen. Dabei wird dann das fremde Eigentum gleich mitverkauft was zu weiteren Problemen mit dem zukünftigen Käufer führen kann.
Im Internet gehen aber die Verfasser von Texten und Artikeln neue Wege. So können sie bei “VGWort” ihre Texte anmelden und Lizenzgebühren erhalten. Grundlage ist ein Bildpixel der nach dem Body-Tag eingefügt wird bei dem jeder Text seine eigene Kennung erhält. Wird er per Copy und Paste übernommen ohne daß sich der Dieb im Quelltext von diesem Schutz überzeugt hat, kann es richtig teuer werden.
Diesen Schutz kann man beantragen und Mitglied bei “VGWort” werden, wenn man bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Zum Beispiel mindestens 3000 Anschläge und eine Mindestbesucherzahl. Wer Interesse daran hat seine Texte schützen zu lassen kann dies unter “VGWort” tun und sich direkt bei VGWort erkundigen. Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, daß Fragen sehr freundlich und zuvorkommend beantwortet werden. Der Schutz von Texten im Internet ist noch in der Testphase. Nach Auskunft des Landgerichtes München, die sich ebenfalls schon im Rahmen eines Verfahrens bei VG-Wort erkundigt haben gibt es dort noch keine Beispiele wie derartige Urheberrechtsverletzungen finanziell anzusetzen sind. (Stand 2008). Die Verfahren die bis jetzt angefallen sind, wurden alle mit einem Vergleich abgeschlossen.
Relativ neu ist auch der sogenannte “digitale Fingerabdruck”, oder auch “Fingerprint” genannt, den es für Wordpress als Plugin kostenlos zum herunterladen gibt und den auch ich für meine Beiträge einsetze. Herunterladen, in den Ordner Plugin entpacken und im Admin-Bereich aktivieren. Danach wird das Copyright und der Vermerk zum Urheberrecht den man modifizieren kann, allen Artikeln und neuen Posts im Feed angehängt. Wird dann der Content geklaut und auf einer anderen Seite eingesetzt wird dies gemeldet. Dafür ist die Suchfunktion der wichtigsten Sumas gleich integriert. Eine nähere Beschreibung und den Download findet Ihr hier. Schade ist nur, daß es diesen tollen Fingerprint nicht auch für einfache html-Seiten gibt.
Es gibt aber auch noch eine Broschüre von der "Bundeszentrale für politische Bildung", oder kurz "bpb", die man für zwei Euro + Versand anfordern kann. Es ist die Broschüre: "Urheberrecht im Alltag". Sehr empfehlenswert. Vor allem, wenn man Kids zu Hause hat die die Gefahren noch nicht kennen.
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